Die Grand Prix Sieger in Südtirol stehen nun fest

pustertaler 2007

Die Pustertaler gewinnen Grand Prix-Vorausscheidung

Als „Die Pustertaler“ beim Grand Prix der Volksmusik am Freitag Abend in Algund mit der Nummer 11 und dem Titel „Heit gemma tanzen“ an den Start gingen, ahnte noch niemand im Publikum, dass die vier Ahrntaler die Südtiroler Vorentscheidung als Sieger verlassen würden. Kurz vor 22 Uhr gab es dann jedoch kein Halten mehr: Das Festzelt bebte, als nicht nur die Pustertaler vor Freude tanzten, sondern auch so manch anderer Volksmusikfreund beschloss „Heit geh i tanzen“. Getanzt wurde dann noch bis in den Morgen hinein.

Pünktlich um 20.20 Uhr erklang die Grand Prix-Melodie und die Welschnofnerin Sonja Weißensteiner, selbst Volksmusik-Interpretin und Moderatorin beim Bayrischen Rundfunk, begrüßte - nicht im Dirndl sondern im rosa Abendkleid - alle Freunde der Volksmusik und die 15 Südtiroler Interpreten. Den Wettbewerb um die vier begehrten Finalplätze für den Grand Prix der Volksmusik am 25. August in Wien eröffnete dann die Gruppe Olmsound mit „Vergiss die Heimat nie“.

Fester Bestandteil (fast) aller Lieder war die Heimat, deren Schönheit und Einzigartigkeit besungen wurde. Auch das Thema Liebe durfte natürlich nicht fehlen. Der Etschland-Express wollte wissen „War es nur ein Sommerflirt oder war es Liebe?“. Steffen Jürgens & Renate mit den Südtiroler Alpenspatzen wussten: Wenn man sich selbst nicht mehr kennt, das Feuer brennt und wir nur mehr einen Namen kennen – „Dann ist es Liebe“.

Melancholischer waren die Titel „Der Hof am Berg“ von den Wipptalern, „Verzeih“ gesungen von Werner Haller & Karl Hanspeter mit seinen Original Südtiroler Musikanten und das Lied „Zünd eine Kerze an“ vom Duo Vincent und Fernando. Die Bergdiamanten besangen die „Einsamkeit der Berge“, während Freiheit und Alex von den „Rosen der Heimat“ schwärmten.

Die Geschwister Niederbacher mahnten mit Startnummer 10 dem Geld nicht zu große Bedeutung zuzumessen, denn „Beim Geld da hört die Freundschaft“ auf. Romantische Klänge präsentierten Marion & Luis mit Kleeblatt mit dem Lied „Nein, ich will dich nicht verlieren“, während die Trenker „Freiheit ist ein teures Gut“ sangen und die Südtiroler Spitzbuam zu einem Ausflug nach „Korsika“ einluden.

Gegen halb zehn war dann Warten angesagt: Während das TV-Publikum via Telefon über die vier Siegertitel abstimmte, betraten Belsy & Rudy Giovannini die Bühne, und stimmen mit „Salve Regina“ den Siegertitel des Grand Prix der Volksmusik 2006 an. Die Botschafterin der Südtiroler Volksmusik, Anneliese Breitenberger, jodelte abschließend gemeinsam mit Rudy Giovannini, den „Benedictus-Jodler“, den sie schon dem Heiligen Vater in Rom vorgetragen hatten.

Die Entscheidung

Kurz vor zehn Uhr war es dann soweit: Nachdem ca. 60.000 Stimmen eingegangen waren, verlas Sonja Weißensteiner die Namen der vier Sieger, die im August zum Finale nach Wien fahren dürfen. Hier die Wertung:

Platz 1 holten sich überraschend Die Pustertaler mit (6.539 Stimmen), gefolgt von Mark Alexander, der mit seinem Tietl „Melodien der Heimat“ 6.510 Stimmen holte. Platz drei ging an Vincent & Fernando (6.420 Stimmen), die Trenker kamen mit 6.351 Stimmen auf den vierten Platz.

Siegerinterviews

STOL sprach nach dem GP der Volksmusik mit den vier Finalisten. Bei den Pustertalern stand Markus kurz Rede und Antwort:

STOL: Habt ihr mit dem Sieg gerechnet und vor allem wie geht es euch?

Markus: Nein, wir haben überhaupt nicht damit gerechnet. Wir sind überglücklich und überrascht. Als auf der Leinwand nur mehr ein Balken aufschien, haben wir eigentlich nicht mehr daran geglaubt. Und dann kam die große Überraschung. Wir sind einfach sprachlos und vor allem dankbar, dass sich bei den Südtirolern die Volksmusik durchgesetzt hat. Denn es war schon ein bisschen gewagt, die boarischen Klänge mit Polka-Klängen zu mischen. Wir haben gewagt und gewonnen...

STOL: Was war euer „Siegesrezept“?

Markus: Ich glaube, ausschlaggebend waren unsere Bescheidenheit und unser ehrliches Auftreten. Ein großes Dankeschön möchte ich dabei auch an die Volkstanzgruppe Luttach richten, die unser Stück so toll umrahmt und für ein gelungenes Bühnenbild gesorgt hat.

STOL: Wie geht es nun weiter?

Markus: Wir werden nun in Wien versuchen alles zu geben. Natürlich hoffen wir auch dort auf einen Sieg. Aber wir lassen uns überraschen, vor allem da es sicherlich sehr schwierig wird, sich mit einem Volksmusik-Stück gegen die vielen Schlagerlieder durchzusetzen.

Mark Alexander in einem kurzen Gespräch mit STOL

„Ich bin überglücklich. Musik ist mein Leben und meine Leidenschaft und vielleicht wurde das heute belohnt. Ich bin nach Algund gekommen und habe nicht ernsthaft mit einem Sieg gerechnet und nun darf ich nach Wien zum Finale. Ich bin sprachlos und sehr glücklich. Auch in Wien werde ich versuchen alles zu geben und dann auf die Entscheidung hoffen. Ich möchte mich bei allen bedanken und vor allem bei den vielen Studienkollegen, die ich mobilisiert habe“.

Vincent und Fernando bereits sehr routiniert

„Wir sind überglücklich und vor allem sehr erleichtert. Wir haben heute alles gegeben und noch ein bisschen mehr. Nun sind wir wieder in Wien mit dabei: Vielleicht klappt es dieses Jahr mit ‚Zünd eine Kerze an’. Wir lassen uns überraschen und werden alles versuchen. Aber nun müssen wir los: Wir spielen heute noch auf einem anderen Fest (lachen).“

Die Trenker im Freudentaumel

„Jetzt geht es uns gut. Wir warten bereits schon lange auf diese Nominierung und haben uns intensiv darauf vorbereitet. Wir waren sehr nervös, nun klopft das Herz ein bisschen leiser. Warum es heute geklappt hat – keine Ahnung. Es ist einfach schön, dass es geklappt hat. Auch in Wien werden wir voll mit dabei sein, was sich dann ergibt – davon lassen wir uns überraschen, denn man weiß nie, was kommt, wie der heutige Abend bewiesen hat. Jetzt genießen wir mal die Freude und werden mit Freunden und Bekannten richtig abfeiern.

Johanna Gasser